Wer sind Sie?

 

Selbsterkenntnis ist von unschätzbarem Wert. Fehlt Ihnen als Manager die Selbsterkenntnis, lassen Sie sich allzu schnell zu unbesonnenen Entscheidungen im Leben und im Beruf hinreissen.

Falsch ist jedoch die Behauptung, Selbsterkenntnis sei der einzige Schlüssel zum Erfolg. Ein guter Manager braucht eine Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche sich mit der Erfahrung entwickeln. Sie müssen Ihre Fähigkeiten üben, Ratschläge annehmen, die Stärken anderer nutzen und intensiv arbeiten. Die Selbstprüfung ist ein guter Ausgangspunkt, wenn es um die für den einzelnen richtige Tätigkeit und die Erbringung optimaler Leistungen im Beruf geht.

Leider bleibt jedoch selten Zeit zum Nachdenken: "Halt, will ich diese Arbeit wirklich tun?" Der Druck ist gross, direkt nach der Ausbildung ins Berufsleben einzusteigen. Gute Positionen seien dünn gesät, heisst es allgemein. Ausserdem will die Miete bezahlt sein, man will als wertvolles Mitglied der Gesellschaft gelten und möchte natürlich auch Freizeitaktivitäten finanzieren.

Inkongruenz zwischen Arbeitsplatz und Stelleninhaber kann auch eintreten, wenn natürliche Fähigkeiten und Neigungen durch das Streben nach Leistung um der Leistung willen oder durch reines Konkurrenzstreben verdeckt werden. Unternehmen verwenden zunehmend mehr Zeit darauf, den richtigen Mann/die richtige Frau für die richtige Aufgabe zu finden. Dabei nutzen sie ausgefeilte Tests und Assessments und führen individuelle Karriereberatung durch. Für alle Beteiligten sind Fehlbesetzungen kostspielig.

Macht Ihnen Ihre Tätigkeit keine Freude, sollten Sie überlegen, was Ihnen in der Vergangenheit Spass gemacht hat und wo Ihre Stärken lagen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken, und beide, das Unternehmen und Sie selbst, werden davon profitieren.

Habe ich die richtige Tätigkeit?

Des Menschen Interessen und Werthaltungen ändern sich. Fragen Sie sich von Zeit zu Zeit, ob Sie mit Ihrer Tätigkeit noch zufrieden sind. Es gibt weder richtige noch falsche, sondern nur wahrheitsgemässe Antworten.

  • Freuen Sie sich abends auf die Arbeit am nächsten Tag?
  • Berichten Sie Ihrem Partner begeistert von der Arbeit oder Kollegen oder sind Sie hier ungewöhnlich zurückhaltend?
  • Leisten Sie regelmässig Überstunden oder lassen Mittagspausen ausfallen, weil Sie Eindruck schinden wollen oder sich zuviel Arbeit haben aufhalsen lassen?
  • Reagieren Sie kurz angebunden auf Mitarbeiter und Kollegen?
  • Macht Ihnen Ihre Arbeit Freude und wissen Sie in welche Richtung sie Sie führt?
  • Halten Sie Ihren Chef für inkompetent? Meinen Sie, Sie könnten seine Arbeit genauso gut tun?
  • Entwickeln Sie Neidgefühle, wenn Sie Ihre Freunde über deren Tätigkeit reden hören? Worauf bezieht sich dieser Neid? Freiheit? Verantwortung? Reisemöglichkeiten? Gehalt?
  • Missfällt es Ihnen, Delegationsempfänger und nicht Delegationsgeber zu sein?
  • Fühlen Sie sich abgearbeitet oder stressgeplagt?
  • Haben Sie aufgrund Ihrer Arbeit Hobbys oder sonstige Interessen aufgeben müssen?

Übe ich die für mich richtige Tätigkeit aus?

Wer mit seiner Arbeit unzufrieden ist, sollte sich fragen, was er braucht:

  • Mehr Geld?
  • Mehr Urlaub?
  • Bessere Vertragsbedingungen?
  • Mehr Anerkennung für geleistete Arbeit?
  • Mehr Zeit für ausserberufliche Interessen/Hobbys
  • Ein eigenes oder grösseres Büro?
  • Einen persönlichen Assistenten?
  • Anspruchsvollere Aufgaben?
  • Mehr Verantwortung?
  • Mehr Abwechslung in der Arbeit?
  • Ein Spesenkonto?
  • Weniger ausgedehnte Dienstreisen

Vielleicht können Sie in Ihrer gegenwärtigen Position weder ein höheres Gehalt noch mehr Verantwortung erzielen. Wichtig für die Selbsterkenntnis ist die Analyse der eigenen Bedürfnisse. Für die alten Griechen war die Selbsterkenntnis so wichtig, dass sie die Aufforderung "Erkenne dich selbst" an ihren Tempeln einmeisseln liessen!

Worin liegen meine Stärken?

Wer sich in seiner Tätigkeit nicht wohl fühlt, sollte sich wieder um das kümmern, was ihm Freude macht und worin er gut ist. Wo liegen Ihre natürlichen Begabungen und Fähigkeiten? Versuchen Sie eine Liste zu erstellen, sie zu analysieren und dem Rang nach zu ordnen. Danach fragen Sie sich, ob Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Einfach ist das nicht. Wo also beginnen? Am Anfang.

Uns allen werden natürliche Begabungen ins Leben mitgegeben, der eine hat Talent für Worte, der andere für Ballspiele. Wir werden dazu ermuntert, diese besonderen Begabungen zu üben und zu entwickeln. Daraus ergibt sich die Entwicklung definitiver Stärken. Der eine kann gut Schach spielen, der andere schwimmt wie ein Fisch. Wieder andere können gut reden, gut mit Menschen umgehen, Verantwortung übernehmen. Dieses Praktizieren der Stärke bringt uns Freude und Befriedigung und führt uns auf natürlichem Weg zum Erfolg.