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Wer sich selbst erkennt, weiss auch, wie er arbeitet, wo seine Stärken und Schwächen
liegen. Es gibt Manager, die mit Mitarbeitern genau richtig umgehen. Weder kehren sie zu
sehr den Chef heraus noch sind sie ausschliesslich auf Harmonie bedacht. Sie behandeln
ihre Mitarbeiter mit Takt und Feingefühl. Sie achten auf individuelle Bedürfnisse,
sorgen aber gleichzeitig für eine hervorragende Gruppengesamtleistung. Unter ihnen wird
die Arbeit getan, und davon profitieren alle.
Andere sind herausragende Denker und Problemlöser, können aber nicht mit Mitarbeitern
umgehen. Kein Manager ist wie der andere. Zu welchem Managertypus gehören Sie?
Karl Jung führte schon zu Anfang dieses Jahrhunderts eine Untersuchung zur Bestimmung
von Persönlichkeitstypen durch. Er teilte die Menschen in zweierlei Persönlichkeitstypen
ein. Introvertierte arbeiten am liebsten unabhängig und allein auf ihre eigene Art
und Weise. Extrovertierte ziehen den Sinn ihres Lebens aus der Interaktion mit anderen und
fühlen sich allein verloren. Menschen sind äusserst komplexe Wesen, die sich nicht in
Kästchen einordnen lassen. Einige Theorien bieten aber eine nützliche Grundlage für die
schwierige Aufgabe der Selbstanalyse.
Jung ging davon aus, dass wir Daten über vier Funktionen empfangen und verarbeiten:
Denken, Intuition, Fühlen und sinnliche Wahrnehmung. Jeder Mensch hat eine dominierende,
eine oder zwei nur halb- und eine unterentwickelte Funktion.
Der Denker ist stark in Logik, Methodik und Analyse. Der intuitive Typ hat Ideen, ist
kreativ, kann lateral denken, die Phantasie steht im Vordergrund. Der
gefühlsbetonte Typ sieht die Dinge aus einer persönlichen Werthaltung. Gefühlsmenschen
sind herzlich, extrovertiert und legen Wert auf soziale Interaktion. Von der
Sinneswahrnehmung geprägte Menschen sind sachlich, energisch und pragmatisch. Sie wollen
etwas bewirken.
Konzentration auf die eigenen Stärken
- Versuchen Sie, Neigung und Grundrichtung zu erkennen. Daraus erwachsen Selbstvertrauen,
Motivation und Energie.
- Stärken feststellen, Aus- und Durchführung, Organisation, Analyse ...? Wer seine
Stärken kennt, hat die besten Chancen, einer Arbeitsplatzfehlbesetzung aus dem Weg zu
gehen.
- Für Ausgleich von Schwächen sorgen. Wer zu einem Team gehört oder ein Team leitet,
muss sicherstellen, dass in diesem Team Personen vertreten sind, deren Stärken die
eigenen Schwächen ausgleichen.
- Situationen meiden, in denen hauptsächlich Schwächen blossgelegt werden könnten.
- Wurde Ihnen eine spezifische, Schwächen entlarvende Aufgabe übertragen, können Sie
versuchen, die Hilfe eines Kollegen zu gewinnen oder die Aufgabe einer vertrauenswürdigen
Person zu übertragen.
- Nicht immer lassen sich Situationen, in denen die schwachen Seiten gefordert sind,
meiden. Machen Sie aus diesen Situationen das Beste und wachsen Sie daran.
- Vielleicht müssen Sie etwas Grundlegendes verändern, wenn Sie dauernd unter Druck
stehen und Ihre natürlichen Stärken nicht gefordert sind.
- Merken Sie, dass Sie nicht genügend gefordert werden oder in die falsche Richtung
gehen, kann ein gezielter Stellenwechsel die einzige Lösung sein. Holen Sie Rat ein, und
denken Sie gründlich darüber nach, ob ein solch drastisches Vorgehen klug ist und in
Ihre Gesamtstrategie passt.
Die vier Persönlichkeitstypen nach Jung
Als Manager sollten Sie wissen, ob Sie zu den introvertierten oder extrovertierten
Menschen gehören und welche der vier Funktionen bei Ihnen am stärksten, welche am
schwächsten ausgeprägt ist. Wenn Sie ausserdem die Stärken und Schwächen bei Ihren
Mitarbeitern feststellen, können Sie besser entscheiden, wer sich für die jeweiligen
Aufgaben am besten eignet. Auf diese Art und Weise können Sie effektive Arbeitsgruppen
aufbauen.
Der Denkertyp
- Geht mit Logik an Probleme heran
- Ist stark in der Analyse, aber schwach in der Ausführung
- Geht methodisch vor
- Steht Projekten, die nicht mit vernünftigen, rationalen Argumenten untermauert werden,
skeptisch gegenüber
- Gut im Umgang mit Zahlen, in der Recherche, Systemanalyse, im Rechnungswesen, im
kaufmännischen Bereich eines Unternehmens
Der Wahrnehmungstyp
- Gehört zu den Machern, häufig ungeduldig in der Planungsphase
- Fühlt sich wohl bei Routineaufgaben
- Besitzt gesunden Menschenverstand, ist praktisch veranlagt
- Arbeitet intensiv und ist in der Regel gut organisiert
- Ist dynamisch und zielstrebig
- Seine Stärken sind Projekte veranlassen, Verhandlungen führen und
abschliessen, Fehler
beseitigen, Ideen in Taten umsetzen
Der Intuitionstyp
- Spielt gerne mit Ideen und Theorien
- Hat den "Überblick", aber übersieht Details
- Ist kreativ, besitzt eine blühende Phantasie
- Hat häufig Dinge im Gefühl, die sich im Nachhinein bestätigen
- Seine Stärken sind langfristige Planung, kreatives Schreiben, laterales Denken,
Brainstorming
Der Gefühlsmensch
- Geniesst die Gesellschaft anderer
- Urteilt nach persönlichen Werten, nicht nach fachlichem Verdienst
- Ist herzlich und sympatisch
- Erspührt die Stimmungen, Gefühle und Reaktionen anderer
- Kann eklatante Fakten ausser acht lassen weil er etwas anderes fühlt
- Seine Stärken sind Festigung der Beziehungen im Team, Beraten, Schlichten, Public
Relations, ist im Umgang mit Sachbearbeitern genauso natürlich wie mit Spitzenleuten
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