An die Zukunft denken

 

Sich selbst zu erkennen und für die richtige Wahl in Leben und Beruf zu rüsten ist nicht einfach. Mit dem Beantworten von Fragebogen und dem Zusammenzählen von Ergebnissen ist es nicht getan. Selbsterkenntnis ist, wie schon Sokrates erkannte, ein lebenslanger Prozess ohne Ende.

Die Selbstbefragung zu den eigenen Bedürfnissen, zum Persönlichkeitstypus, zu Stärken, Schwächen und Wertvorstellungen, bildet nur der Anfang. Versuchen Sie, sich die Verhaltensweisen und Einstellungen zu den unzähligen Aspekten des Privat- und Berufslebens täglich bewusster zu machen. Bewusstsein und Fingerspitzengefühl sind massgeblich dafür, ob Sie als Manager motivieren, delegieren, verhandeln und kommunizieren können.

Da das Leben ständig im Fluss ist, müssen Sie sich bewusst machen, dass auch Sie sich ständig verändern, körperlich und geistig. Deswegen müssen Sie auch die eigene Entwicklung immer beobachten.

Ziehen Sie Bilanz zu Ihrer Person, führen Sie Ihre Stärken und Schwächen, Werthaltungen und Wünsche auf. Überprüfen Sie diese Bilanz regelmässig in Jahresabständen, um festzustellen, wie Sie sich entwickelt haben.

Vielleicht sieht das Ergebnis so aus: "Nehme mir vieles zu sehr zu Herzen, stehe zu sehr unter Stress". Bei der Überprüfung ein Jahr später werden Sie sich wahrscheinlich fragen, warum das damals für Sie überhaupt ein Problem war.

Stellen Sie sich auf den Wandel ein. Wenn Sie wissen, wo Ihre Stärken und wo Schwächen liegen, können Sie sich auf Ihre Stärken konzentrieren: Das Geheimnis des Erfolges liegt in der Nutzung der eigenen Stärken, was aber nicht heissen soll, sehr deutliche Schwächen zu ignorieren. Auch um sie werden Sie sich kümmern müssen. Durch eigenes Bemühen, Training und Erfahrung können sich die meisten Führungskräfte Kompetenz in sämtlichen Führungsbereichen aneignen.

Machen Sie sich schliesslich bewusst, dass sich der soziale Wandel immer schneller vollzieht und dass zukünftig sehr viele mehr Menschen ihren Arbeitsplatz zu Hause finden werden. Es wird mehr Freizeit und mehr Jobsharing geben. Wandel und Unbeständigkeit gehören zur Welt von morgen. Machen Sie sich bereit, diese Herausforderung anzunehmen.

Der Zukunft die Stirn bieten

Machen Sie sich den grundlegenden Wandel bewusst, der Sie und Ihre Arbeit beeinflussen wird. Seien Sie für entsprechende Anpassungen und Einhaltung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit gerüstet.

Der Beginn

Nach Verlassen der Schule oder Universität müssen Sie sich zunächst einmal in der Aussenwelt etablieren. Sie werden es wahrscheinlich gar nicht erwarten können, mit selbstverdientem Geld für die eigene Miete und Freizeitaktivitäten aufkommen zu können. Sie haben Unmengen von Selbstvertrauen und Energie, weil Sie bis jetzt noch keinen Misserfolg erlebt haben. Damit besitzen Sie die nötige Motivation zum Start ins Berufsleben.

Seinen Platz finden

Später, ab 25 Jahren oder Anfang 30, werden Sie über die Auswirkung Ihrer Berufstätigkeit auf das Privat- und Gefühlsleben nachdenken. Ihre beruflichen Aufgaben sind vielleicht nicht mehr so aufregend wie zu Beginn, aber Sie haben sich eine finanzielle Basis erarbeitet und bemühen sich darum, einen Partner fürs Leben zu finden und ein Haus zu bauen. Jetzt ist es unter Umständen auch an der Zeit, sich nach einer anderen Arbeit umzusehen.

Konsolidierung

Im Alter zwischen Ende 20 und Ende 30 werden Sie wohl im Beruf und im Privatleben festen Fuss gefasst haben. Die Sicherheit steht nun an einem vorderen Platz auf Ihrer Bedürfnisliste, und Sie sind immer noch ehrgeizig, sind wohl schon befördert worden, haben aber noch weitere Sprossen zu erklettern. Wahrscheinlich haben Sie eine Familie gegründet. Wenn dem so ist, werden Sie vielleicht zumindest zeitweilig der Meinung sein, der Beruf habe nur sekundäre Bedeutung.

Den Kurs halten

Sie werden merken, dass Säuglinge schlaflose Nächte bedeuten und Ihre Freizeit in Anspruch nehmen. Die Berufstätigkeit erscheint anstrengender. Wenn dem so ist, sollten Sie überprüfen, ob Sie Ihre Arbeitsbelastung nicht durch mehr Delegation verringern können. Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre Talente nutzen und nicht zu weit von den natürlichen, gegebenen Stärken abschweifen.

Turbulenzen in der Mitte des Lebens

Anfang 40 erleben die meisten Frauen und Männer eine Übergangsphase. Die berühmt-berüchtigte Midlife-crisis kann zu turbulenten Veränderungen für Sie und Ihren Partner führen. Sie machen sich Gedanken über ein erfülltes Leben und sorgen sich um die berufliche Entwicklung.

Ehen können in diesen Jahren unter starken Druck geraten. So manche Paare haben sich bis zu diesem Zeitpunkt auseinandergelebt. Eine Führungskraft auf mittlerer Führungsebene mag mit ihrer Arbeit unzufrieden sein und dies ausgleichen, indem sie Abwechslung auf Kosten der Familie sucht. Wer Kinder hat, wird feststellen, dass ihr Heranwachsen zusätzliche Probleme in der Mitte des Lebens aufwirft und damit auch die häuslichen Konflikte erhöht.

Planung für den Ruhestand

Wenn Sie den Sturm überstanden haben, welcher der Krise in der Mitte des Lebens folgt, sollten Sie die nächste Phase der Anpassung bewältigen können. Jetzt sollten Sie sich in Ihrer Position in Ihrem Leben gefestigt haben und das Beste daraus machen. Sie werden immer häufiger an den Ruhestand denken: "Wie werde ich ihn bewältigen? Soll ich mehr sparen? Soll ich versuchen weiterzuarbeiten oder über einen Beratungsvertrag zu verhandeln? Habe ich genügend Freizeitinteressen, mit denen ich den Tag ausfüllen kann, oder werde ich mich verloren fühlen?" Sie werden allmählich Bilanz zum Berufsleben ziehen und feststellen, was Sie erreicht und was Sie nicht erreicht haben.